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Patellasehnenriß/Patellarsehnenruptur

Nachdem ich die ganze aktive Fußballzeit ohne größere Verletzungen überstanden habe, hat es mich am Samstag 02.08.2008 bei einem AH-Turnier recht böse erwischt.

 Da ich mich insbesondere nach der OP über den Heilungsverlauf erkundigen wollte, war ich doch etwas enttäuscht, dass beim „Googlen für Laien nur schwer verständliche Informationen zu finden waren.

 Sehr informativ war der Bericht von Herrn Bichler.

Bei ihm wurde aber eine andere Operationsvariante durchgeführt. Er erhielt eine Drahtcerclage, die in einer zweiten OP wieder entfernt werden musste. Bei mir wurde die Sehne mir einer PDS-Kordel genäht. Hierbei handelt es sich um ein Naturprodukt, das im Körper verbleiben kann. Da ich bisher keine Probleme verspüre, würde ich zumindest zu diesem Zeitpunkt diese Variante bevorzugen. Man erspart sich die zweite Operation.

 Leidenszeit

Bei einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Gegenspieler zog ich mir einen Patellasehnenriß zu. Gleich nach dem Zusammenprall merkte ich, dass da wohl etwas Schlimmeres passiert ist. Mit Unterstützung meiner Mitspieler konnte ich den Platz noch humpelnd verlassen, doch schon nach einigen Metern riss die Sehne dann wohl endgültig. Ich wurde mit dem Krankenwagen ins Sigmaringer Krankenhaus gebracht. Dort wurde anhand der Röntgenbilder der Patellasehnenriß diagnostiziert. Ein eindeutiger Hinweis war die stark nach oben gewanderte Kniescheibe.

Bis zum OP-Termin erhielt ich eine Orthese und ausreichend Schmerzmittel um die Zeit zu überstehen.

Am Dienstag 05.08.2008 wurde dann die OP erfolgreich durchgeführt. Ich erhielt eine Teilnarkose, bekam aber aufgrund der Schlafmittel von dem Procedere nichts mit. Es folgte eine sehr schmerzvolle Nacht, da die verabreichten Schmerzmittel nicht ausreichten. Ich hatte das Gefühl, dass mir jemand ein 100kg-Gewicht aufs Knie gelegt hatte.

Ab dem nächsten Tag ging es dann aber besser. Ich wurde mit ausreichend Schmerzmittel versorgt und war so nahezu schmerzfrei.

Ein Vorteil dieser OP-Methode ist, dass man in der Orthese schon am Tag nach der OP wieder den Fuß belasten kann. Man kann also mit Krücken und der Schiene selbst seine Toilettengänge etc.. verrichten.

Da die Wundheilung optimal verlief konnte ich das Krankenhaus bereits am Freitag, 08.08.2008 wieder verlassen. Nach 2 weiteren Tagen habe ich dann die Schmerzmittel abgesetzt.

Nach der OP musste der Fuß 3 Wochen ruhig gehalten werden. Ich durfte zwar in der Orthese „gehen“, Krankengymnastik etc. war aber noch verboten. Man glaubt kaum, wie schnell man die Oberschenkelmuskulatur verliert. Schon nach kürzester Zeit war das angeschwollene Knie dicker als der Schenkel.Nach drei Wochen durfte ich mit der Krankengymnastik beginnen. Da nur geführte Gymnastik erlaubt war, waren kaum Fortschritte zu verzeichnen.

Nach der 6. Woche durfte ich ohne Schiene „gehen“. Aber auch weiterhin waren nur Übungen unter Anleitung erlaubt. In den folgenden 2 Wochen konnte ich die Beugung von ca. 30° auf knappe 60° steigern.

Seit Ende der 7. Woche darf ich nun auch selbständig Übungen durchführen. Seitdem gibt es auch merklich Fortschritte. Ich habe mir beim Sanitätshaus Lierenfeld in Sigmaringen eine elektronische Motorschiene ausgeliehen. Durch diese regelmäßigen Übungen konnte ich innerhalb einer knappen Woche die Kniebeugung von knapp 60° auf 90° steigern. Ich bin jetzt (02.10.2008) guter Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder normal gehen kann und mit gezieltem Muskelaufbau wieder alles wie vorher wird.

 
Es bleibt festzustellen, dass insbesondere die ersten Wochen recht frustrierend sind. Da man nichts anderes tun kann, als den Fuß hochzulegen und das Knie zu kühlen, kommt doch große Langeweile auf.


Bedanken möchte ich mich natürlich bei den Ärzten und Pflegern der Unfallchirurgie des KKH Sigmaringen, beim Physio-Team des Gesundheitszentrums Doris Gutknecht, meinem Hausarzt Dr. Birkel und meiner Orthopädin Frau Strobel von der Gemeinschaftspraxis Strobel-Maderner in Mengen.


Ich habe noch folgendes pdf gefunden. hier sind die 2 OP-Varianten beschrieben

http://www.springerlink.com/content/g83587767j2m3228/fulltext.pdf.